Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Teilzeit ist in der Schweiz weit verbreitet
- Warum Teilzeit die Zeiterfassung anspruchsvoller macht
- Zeitmethode oder Wertmethode: Wie Teilzeit korrekt abgebildet wird
- Die Sollzeit als Grundlage einer korrekten Abrechnung
- Ferien, Feiertage und Absenzen bei Teilzeit
- Was passiert bei wechselnden Arbeitspensen?
- Warum digitale Zeiterfassung bei Teilzeit besonders hilfreich ist
- Fazit: Teilzeit braucht flexible Arbeitszeitmodelle
Einleitung
Teilzeitarbeit ist aus der Schweizer Arbeitswelt nicht mehr wegzudenken. Mitarbeitende arbeiten 80, 60 oder 40 Prozent, verteilen ihr Pensum auf einzelne Wochentage oder reduzieren ihre Arbeitszeit für einen bestimmten Zeitraum.
Was für Mitarbeitende mehr Flexibilität schafft, stellt Unternehmen bei der Arbeitszeitabrechnung jedoch vor zusätzliche Herausforderungen.
Wie hoch ist die tägliche Sollzeit? Was geschieht an einem Feiertag? Wie werden Ferien oder Absenzen bewertet? Und was passiert, wenn sich das Pensum während des Jahres verändert?
Je flexibler ein Unternehmen arbeitet, desto wichtiger wird deshalb eine Zeiterfassung, welche unterschiedliche Arbeitszeitmodelle korrekt abbilden kann.
Teilzeit ist in der Schweiz weit verbreitet
Aktuelle Zahlen des Bundesamtes für Statistik zeigen die Bedeutung der Teilzeitarbeit deutlich.
Im zweiten Quartal 2026 waren in der Schweiz insgesamt 5,698 Millionen Personen beschäftigt. Davon arbeiteten 2,388 Millionen Beschäftigte in Teilzeit. Das entspricht mehr als vier von zehn Beschäftigten.
Der Frauenanteil unter den Teilzeitbeschäftigten lag gemäss Bundesamt für Statistik bei 68,2 Prozent.
Die Zahlen zeigen: Teilzeitarbeit ist kein Sonderfall mehr, sondern für viele Schweizer Unternehmen Teil des normalen Arbeitsalltags.
Mit der zunehmenden Vielfalt der Arbeitspensen steigen allerdings auch die Anforderungen an Personaladministration und Zeiterfassung.
Quelle: Bundesamt für Statistik – Beschäftigungsstatistik 2. Quartal 2026
Warum Teilzeit die Zeiterfassung anspruchsvoller macht
Bei einem klassischen Vollzeitmodell ist die Berechnung der Arbeitszeit meist vergleichsweise einfach. Mitarbeitende verfügen über eine klar definierte Wochenarbeitszeit, die in der Regel auf fünf Arbeitstage verteilt wird.
Bei Teilzeit gibt es dagegen zahlreiche Varianten.
Ein Pensum von 60 Prozent kann beispielsweise bedeuten:
- 60 Prozent der normalen Arbeitszeit an fünf Tagen pro Woche
- drei volle Arbeitstage pro Woche
- zwei volle und zwei halbe Arbeitstage
- unterschiedliche Arbeitstage je nach Woche
- eine im Jahresverlauf wechselnde Verteilung der Arbeitszeit
Obwohl das Arbeitspensum in all diesen Fällen identisch sein kann, unterscheiden sich Sollzeiten, Arbeitstage und die Behandlung von Abwesenheiten deutlich.
Genau deshalb reicht es in der Praxis nicht, bei einer Mitarbeiterin oder einem Mitarbeiter lediglich den Beschäftigungsgrad von beispielsweise 60 Prozent zu hinterlegen.
Das tatsächliche Arbeitszeitmodell muss berücksichtigt werden.
Zeitmethode oder Wertmethode: Wie Teilzeit korrekt abgebildet wird
Bei Teilzeitmodellen gibt es grundsätzlich zwei verbreitete Abbildungsarten: die Zeitmethode und die Wertmethode.
Bei der Zeitmethode werden fixe Arbeitstage und konkrete Sollzeiten definiert. Arbeitet eine Person beispielsweise jeweils Montag, Dienstag und Mittwoch, werden genau diese Tage mit den entsprechenden Sollzeiten hinterlegt.
Bei der Wertmethode wird das Teilzeitpensum dagegen linear auf die regulären Arbeitstage verteilt. Eine Person mit einem Pensum von 60 Prozent und einer Vollzeit-Sollzeit von 8 Stunden pro Tag erhält beispielsweise eine tägliche Sollzeit von 4 Stunden und 48 Minuten.
Beide Methoden können zu unterschiedlichen Ergebnissen führen – insbesondere bei Feiertagen, Ferien und Absenzen.
Entscheidend ist deshalb, dass Unternehmen diejenige Abbildungsart wählen, welche zur tatsächlichen Arbeitsorganisation passt.
TimeSafe unterstützt sowohl die Abbildung mit fixen Tagen nach der Zeitmethode als auch die lineare Abbildung nach der Wertmethode.
Eine ausführliche Erklärung mit Praxisbeispielen zu Ferien, Feiertagen und Krankheit finden Sie in unserer Dokumentation zu den Abbildungsarten bei Teilzeitmitarbeitenden.
Die Sollzeit als Grundlage einer korrekten Abrechnung
Ein zentraler Begriff bei der Zeiterfassung ist die Sollzeit.
Sie definiert, wie viele Arbeitsstunden eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter gemäss Arbeitszeitmodell leisten soll.
Die tatsächlich geleistete Arbeitszeit – die Istzeit – wird dieser Sollzeit gegenübergestellt.
Aus dieser Differenz können beispielsweise positive oder negative Zeitsaldi entstehen.
Gerade bei Teilzeit ist deshalb entscheidend, dass die Sollzeit korrekt hinterlegt ist. Andernfalls können sich vermeintliche Überstunden oder Minusstunden ergeben, obwohl die Person exakt gemäss ihrem vereinbarten Pensum gearbeitet hat.
Eine professionelle Zeiterfassung berechnet diese Werte automatisch auf Basis des hinterlegten Arbeitszeitmodells.
Ferien, Feiertage und Absenzen bei Teilzeit
Besonders interessant wird die Arbeitszeitabrechnung bei Teilzeit, sobald zusätzlich Ferien, Feiertage oder andere Absenzen ins Spiel kommen.
Ein einfaches Beispiel zeigt warum:
Eine Mitarbeiterin arbeitet jeweils Montag bis Mittwoch. Ein gesetzlicher Feiertag fällt auf einen Donnerstag.
Eine andere Mitarbeiterin mit demselben Beschäftigungsgrad verteilt ihr Pensum dagegen gleichmässig auf Montag bis Freitag.
Obwohl beide dasselbe Arbeitspensum haben, kann sich der Feiertag aufgrund des hinterlegten Arbeitszeitmodells unterschiedlich auf ihre Sollzeit auswirken.
Ob und in welchem Umfang ein Feiertag berücksichtigt wird, hängt unter anderem davon ab, ob das Teilzeitmodell nach der Zeitmethode oder der Wertmethode abgebildet wird.
Ähnliche Fragestellungen entstehen bei:
- Ferien
- Krankheit
- unbezahltem Urlaub
- Mutterschafts- oder Vaterschaftsurlaub
- anderen betrieblichen Absenzen
Deshalb sollte die Abbildung einer Teilzeitstelle möglichst nahe an der tatsächlichen Arbeitsweise der betreffenden Person erfolgen.
Gerade bei Ferien und Feiertagen zeigt sich, wie wichtig eine sauber definierte Abbildungsmethode ist. Eine unpassende Konfiguration kann sonst dazu führen, dass Sollzeiten oder Zeitguthaben nicht der tatsächlichen Arbeitssituation entsprechen.
Was passiert bei wechselnden Arbeitspensen?
Nicht jedes Arbeitspensum bleibt über Jahre unverändert.
Eine Mitarbeiterin reduziert beispielsweise ihr Pensum von 100 auf 80 Prozent. Später erfolgt eine weitere Reduktion auf 60 Prozent oder die Verteilung der Arbeitstage verändert sich.
Wird lediglich das bestehende Arbeitszeitmodell überschrieben, kann dies historische Auswertungen erschweren.
Ein Zeiterfassungssystem sollte deshalb unterschiedliche Arbeitszeitmodelle mit einem jeweils definierten Gültigkeitszeitraum verwalten können.
TimeSafe ermöglicht es, pro Mitarbeitenden mehrere Arbeitszeitmodelle zu definieren, die ab einem bestimmten Datum gültig sind.
Dadurch können beispielsweise folgende Veränderungen sauber abgebildet werden:
- Änderung des Beschäftigungsgrads
- Wechsel der Arbeitstage
- befristete Arbeitszeitreduktion
- unbezahlter Urlaub
- andere längerfristige Änderungen der Anstellung
Die historische Arbeitszeitabrechnung bleibt dadurch nachvollziehbar.
Warum digitale Zeiterfassung bei Teilzeit besonders hilfreich ist
Je mehr unterschiedliche Arbeitszeitmodelle ein Unternehmen verwendet, desto aufwendiger wird eine manuelle Verwaltung.
Bei wenigen Mitarbeitenden lassen sich Sollzeiten möglicherweise noch mit Tabellen oder individuellen Berechnungen verwalten. In grösseren Unternehmen oder bei vielen unterschiedlichen Arbeitszeitmodellen steigt die Komplexität jedoch deutlich.
Eine digitale Zeiterfassung übernimmt viele dieser Berechnungen automatisch.
Mit TimeSafe Zeiterfassung können Unternehmen unterschiedliche Arbeitszeitmodelle individuell definieren und Mitarbeitenden zuweisen.
Damit lassen sich unter anderem:
- unterschiedliche Arbeitspensen abbilden
- Zeitmethode und Wertmethode anwenden
- feste oder linear verteilte Arbeitstage definieren
- Soll- und Istzeiten automatisch berechnen
- Überstunden und Zeitsaldi transparent ausweisen
- Ferien und Absenzen verwalten
- wechselnde Arbeitspensen nachvollziehbar hinterlegen
Gerade in Unternehmen mit vielen Teilzeitbeschäftigten reduziert dies den administrativen Aufwand und verhindert unnötige manuelle Berechnungen.
Fazit: Teilzeit braucht flexible Arbeitszeitmodelle
Mehr als vier von zehn Beschäftigten in der Schweiz arbeiten aktuell in Teilzeit. Für Unternehmen gehören unterschiedliche Arbeitspensen damit längst zum Alltag.
Die eigentliche Herausforderung liegt weniger im Beschäftigungsgrad selbst als in dessen korrekter Abbildung im Arbeitsalltag.
Ein Pensum von 60 Prozent kann auf fünf verkürzte Tage, drei ganze Arbeitstage oder zahlreiche andere Varianten verteilt werden. Entsprechend unterschiedlich können Sollzeiten, Feiertage und Absenzen behandelt werden.
Die Unterscheidung zwischen Zeitmethode und Wertmethode ist deshalb weit mehr als eine technische Detailfrage. Sie bestimmt, wie Teilzeit in der täglichen Arbeitszeitabrechnung behandelt wird.
Eine moderne Zeiterfassung sollte diese Flexibilität abbilden können und gleichzeitig dafür sorgen, dass die Arbeitszeitabrechnung nachvollziehbar bleibt.
Mit TimeSafe Zeiterfassung können unterschiedliche Teilzeit- und Arbeitszeitmodelle flexibel hinterlegt und Sollzeiten, Arbeitszeiten, Ferien und Absenzen zentral verwaltet werden.
Wer zusätzlich wissen möchte, wie Überstunden bei Teilzeitangestellten arbeitsrechtlich behandelt werden, findet weitere Informationen in unserem Beitrag Überstunden bei Teilzeit und Kaderverträgen in der Schweiz.
